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Stadt Bad Segeberg

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Die Top-Punkte auf Bad Segebergs Besichtigungs- und Erlebnisliste sind weitbekannt: Kalkberg und Kalkberghöhle, die alt-ehrwürdige Kirche St. Marien, Noctalis – die Erlebnisausstellung der Welt der Fledermäuse, das Heimatmuseum im Alt-Segeberger Bürgerhaus von 1606, die Karl-May-Spiele, die traditionellen reitsportlichen Veranstaltungen auf dem Landesturnierplatz, die Städtische Kunsthalle Otto Flath.
Es gibt weitere, weniger herausgestellte Sehenswürdigkeiten. Wie zum Beispiel, auf Dreiviertelhöhe des Kalkberg, der Wasserturm. Der ist in seiner klassischen Form aus alten Tagen ein echter Hingucker. Und dann, in der Lübecker Straße, die feine Oberlichthaustür mit den beiden seitlichen hohen, schmalen Sprossenfenstern. Zu entdecken ungefähr gegenüber dem Rathaus.

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Segeberger Kalkberg

Massiver, gewachsener, hochaufragender und weithin sichtbarer Fels steht in Schleswig-Holstein nicht an. Mit zwei Ausnahmen: Helgoland, der rote Fels inmitten der Nordsee, und der Segeberger Kalkberg, der berühmte, allseits bekannte. 91 Meter über NN wuchtet sich bizarre, steile Segeberger Felszacken aus dem umgebenden Flachland. Ursprünglich war der Kalkberg mit 110 Meter deutlich höher. Und auch breiter. Auf seinem Gipfel hatte sogar die stolze "Siegesburg" Platz, die Kaiser Lothar dort anno 1134 zum Schutz gegen die Wenden hatte errichten lassen.
Die Schweden zerstörten 1644 die "Siegesburg" endgültig.
Der Name Kalkberg zielt an der geologischen-chemischen Wahrheit ein wenig vorbei. Der Kern besteht aus Anhydrit (CaSO4), das außen durch Wasser zu Gips umgewandelt wird. Dieser Gips war begehrt. Zu Bauzwecken. Eine Infotafel berichtet: "Schon vor 1000 Jahren wurde das Gestein als Mörtelersatz und Stuckgips genutzt.
Segeberger Gips lässt sich in vielen alten Kirchen, Herrenhäusern und Schlössern nachweisen (auch in Bad Segeberg: Marienkirche). Der anhaltende Abbau gefährdet sogar die Existenz des Berges, des ältesten Naturdenkmals des Kandes aus der sogenannten Zechsteinformation, etwa 250 Millionen Jahre alt. Im März 1913 klagte ein Journalist: Leider ist schon mehr als die Hälfte des Berges abgebaut worden. Noch 30 - 40 Jahre, dann ist auch diese Zeuge einer sehr fernen Vergangenheit verschwunden.
So weit ist es dann doch nicht gekommen. Gerade noch rechtzeitig wurde der Abbau gestoppt. Den ehemaligen Steinbruch, tief in den Berg geschnitten, bauten die Segeberger zu einem imponierenden Freilufttheater mit großartiger Naturkulisse aus.

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Die Segeberger Kalkberghöhle

Im Grundriss entspricht die Höhle einem Halbkreis. Mit einer Gesamtlänge von 2260 Metern, einschließlich verschiedener Seitengänge, ist sie die größte Höhle Norddeutschlands. Erschlossen für Besucher ist nur ein Teil der Strecke.
Eine wundersame, wunderbare Welt ist es hier unten, mit den Kluftspalten, den Hohlkehlen, den verschiedenen Hallen, den durch Wasser geformte Gesteinsfiguren. Verschiedentlich muss der Besucher den Kopf einziehen, die zerklüftete Höhlendecke ist an manchen Stellen niedrig. Die konstante Lufttemperatur beträgt 9° Celsius. Die Luftfeuchtigkeit nahezu 100%. Das Alter der Höhle wird von Experten mit rund 5.000 Jahren angegeben. Entstanden ist die Kalkberghöhle durch Auslaugung. Höhlenführerin Katharina Saalfeld erklärt: „Die Kalkberghöhle ist eine sogenannte Laug- und Sickerhöhle, im Grunde also das Gegenteil einer Tropfsteinhöhle. Es bilden sich folglich keine Stalaktiten (von oben) und Stalakmiten (von unten). Das liegt an der Kalk-Art. Wir haben Schwefelsäurekalk,, Tropfsteine bilden sich nur in kohlesaurem Kalk mit Hilfe der Kohlensäure der Luft“.

Die Höhle ist für die Besucher ein großartiges Erlebnis. Für deren „Bewohner“ aber ein ganz besonderes Zuhause. Die Rede ist von den etwa 16.000 Fledermäusen in zurzeit acht verschiedenen Arten, die im Winterhalbjahr hier ihr Ruhequartier haben. Entdeckt wurde die Kalkberghöhle 1913 durch Seminaristen des seinerzeit in Segeberg ansässigen Lehrerseminars.

Solbad Segeberg 1908

Die holsteinische Stadt Segeberg hat 5000 Einwohner und liegt an der Eisenbahn Schwarzenbeck-Neumünster. Von Hamburg ist Segeberg in 1 1/2 Stunden, von Lübeck und Kiel in je einer Stunde zu erreichen. Die Lage Segebergs zwischen der Trave und dem Segeberger See ist angenehm. Das Solberg Segeberg bietet sowohl von der Terrasse als auch von den inneren Räumen des Kurhauses aus eine herrliche Aussicht auf den See und die an- und umliegende Landschaft.

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Der Blick von oben

Der Ausblick weit ins Land ringsum von der Siegesburg auf der Spitze des - damals noch höheren - Kalkberges muss großartig gewesen sein. Und war außerdem von enormer strategischer Bedeutung. Konnte man doch von des Berges Höhe anrückende böse Feinde sehr rechtzeitig erspähen. Vorausgesetzt, es war kein Nebeltag. Die Siegesburg ist längst verschwunden. Auf der Kalkbergspitze ist stattdessen eine Aussichtsplattform errichtet. Der Ausblick auf die Stadt, auf die Seen und das Segeberger Land ist - wie zu Zeiten der Siegesburg - beeindruckend.

Für mehr Informationen
Web:www.badsegeberg.de

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