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Gemeinde Seth

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Das Dorf Seth liegt im südlichen Bereich der Holsteiner Geest. Die Böden aus Sand sind oft durch Ortstein, hier Nor genannt, unterzogen. Nordöstlich ist das Gebiet von einem großen Hochmoor flankiert. Einige leichte sandige Hügel, typisch Holsteiner Knicks, mit vielen alten Eichen bestanden, gliedern die meist landwirtschaftlich genutzte Fläche in verschieden große und kleine Weiden und Äcker auf.

Infolge Erbteilung unter vier Brüdern der Gutsbesitzer kam 1588 neben Sülfeld, Grabau, Oering und Heidkrug, auch Seth zu Borstel. Die Sether Einwohner waren Leibeigene des Gutsherrn. Nach 1771 tat der damalige Besitzer, Graf von Bernstorff, die ersten Schritte zur Aufhebung der Leibeigenschaft, die dann 1797 endgültig erfolgte. Danach konnten Bauern Ländereien in Zeitpacht übernehmen. 1849 ging die Gutsherrschaft dazu über, Ländereien in Erbpacht zu verkaufen. Diese Erbpachten waren mit viel Lasten und Abgaben verbunden. So mußte der Pächter Brenntorf und Holz an die Schule liefern, die Landinsten – Insten nannte man die Gutsarbeiter, die einem landwirtschaftlichen Nebenerwerb nachgingen, wenn ihr Landbesitz bis 5 Tonnen, 25.000 m² betrug – Land pflügen und eggen, Dünger ausfahren, Korn und Heu einfahren, die Hebamme holen und bringen, eine Leiche zum Kirchhof fahren.

Über die Geschichte des Sether Moores ist bekannt, dass die hiesigen Dorfbewohner viele Jahrhunderte dort Brenntorf warben. Nach dem 1. Weltkrieg wurde es auch als Arbeitsplatz und Brenntorfquelle für Hamburg genutzt. An der Bahnstrecke der EBO baute man am Sülfelder Moor im Bereich Vierthof eine Weiche und verlegte Schienen durch den Borsteler Wald und die Borsteler Felder bis südlich des Seth/Borsteler Moores, die dort mit einem zweigleisigen Verladebahnhof endeten. In einer Baracke am Bahnhof wurden ca. 100 Hitlerjungen einquartiert und mit Verladearbeiten beschäftigt. Südöstlich des Moores wurden Baracken für 600 meist Zwangsarbeiterkräfte aufgestellt. Diese heute als „Moorsoldaten mit dem Spaten“ bekannten Menschen mußten große Moorflächen zu Weiden umgestalten und Brenntorf für die Hamburger Stromversorgung werben.

Die Landwirtschaft beherrschte das Sether Dorfleben. Handwerksbetriebe und Geschäfte kamen bald hinzu. Häuser meist in Fachwerk mit Reetdächern wurden gebaut. Mehrere Großfeuer und Reetknappheit änderten dieses. Andere Häuser und andere Dächer prägten das Dorfbild.
Für Flüchtlinge, Heimatvertriebene, junge Familien und Betriebsangehörige wurden ab 1947 Siedlungen gebaut. Handwerksbetriebe wuchsen, eine Brotfabrik entstand. In Seth pulsierte das Leben. Durch den Verkauf der Brotfabrik wurde vieles anders. Noch mehr Sether pendelten zu anderen weit entfernten Arbeitsplätzen. Die Landwirtschaft in Seth schrumpfte, ein Geschäft mußte schließen, andere mußten mit neuen Mitbewerbern in den umliegenden Dörfern teilen.

Auch wegen der Nähe an Hamburg werden in Seth viel Wohnhäuser neugebaut. Die noch erhaltene Holsteiner Landschaft mit dem vielem Grün hält den Wohnwert in Seth hoch. Es ist schön, im noch ruhigen Seth zwischen Hamburg, Neumünster und Lübeck zu wohnen.

Die heutige Struktur der Gemeinde Seth wird neben einer starken Landwirtschaft wesentlich vom Wohnsitzcharakter bestimmt. Darüber hinaus sind eine Vielzahl leistungsfähiger Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen vorhanden.
Seth ist Standort der Grundschule für die Gemeinden Seth und Sülfeld. Die Gemeinde Seth gehört der Kirchengemeinde Stuvenborn-Seth an.

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